Turin (italienisch Torino) ist eine Großstadt im Nordwesten Italiens mit über 900.000
Einwohnern im Stadtgebiet und ca. 1,7 Mio. Einwohnern in der Agglomeration. Die Stadt
liegt auf einer Höhe von 240 m und mit einer Fläche von 130 km². Sie ist Hauptstadt der
Region Piemont und der Provinz Turin. Von Frankreich im Westen und der Schweiz im
Norden sowie von Mailand
im Osten ist sie jeweils gut 100 Kilometer entfernt. Turin
ist ein bedeutendes industrielles Zentrum. Die Stadt ist insbesondere bekannt als Sitz
des Autoherstellers Fiat (Fabbrica Italiana di Automobili Torino), der 1899 hier gegrü-
ndet wurde. Ein weiterer berühmter Fahrzeughersteller ist Lancia, 1906 gegründet, 1969
durch Fiat übernommen und danach in den Konzern eingegliedert. Das Lingotto-Gebäude war
einst die größte Autofabrik der Welt und wurde zu einem Messe-, Kultur- und Einkaufszentrum umgewandelt. Turin ist gut an das italienische Autobahn- sowie an das Eisenbahnnetz
angebunden. Die wichtigsten Bahnhöfe in Turin sind Torino Porta Nuova, Torino Porta Susa und
Torino Lingotto. Das berühmte Lingotto-Gebäude, einstmals die größte Autofabrik der Welt, wurde
nach Plänen des Architekten Renzo Piano transformiert in ein Kongresszentrum, Einkaufszentrum,
Konzerthalle, Kunstgalerie und Hotel. Das Museo Egizio besitzt eine der international wichtigsten
Sammlungen antiker ägyptischer Kunst.
Eines der Wahrzeichen von Turin ist die Mole Antonelliana, errichtet 1863–1880 nach Plänen von
Alessandro Antonelli. Damals war sie als Synagoge geplant. Der Verlegung der italienischen Haupt-
stadt von Turin nach Florenz
und die Kosten machte dem Plan jedoch ein Ende. Heute befindet sich
darin das nationale Filmmuseum. Eine spektakuläre Aufzugskonstruktion zieht den gläsernen Lift
frei schwebend an Führungskabeln durch den Hauptraum unter der Kuppel hindurch zu der Aussichtsplattform.
Die Kathedrale Duomo di San Giovanni, gebaut in den Jahren 1491–1498, beherbergt das Turiner Grabtuch,
ein Leinentuch, das das Abbild eines Mannes zeigt. Von Pilgern wird es verehrt als das Tuch, in das
Jesus im Grab gewickelt war. Die Schlösser und Residenzen der Herzöge von Savoyen zählen zum Weltkulturerbe.
Im Zentrum von Turin ist der Palazzo Reale gelegen, der Königspalast der Könige von Piemont-Sardinien und
später Sitz des Königreichs Italien. Die Wallfahrtskirche Superga auf dem Berg Sassi in einer Höhe von
672 Metern wird von der Superga-Zahnradbahn angefahren.
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