Die Provinzstadt Ragusa liegt in den Monti Iblei auf einer Höhe von 520 m über dem Meeresspiegel und befindet sich 92 km von Syrakus und 248 km von Palermo entfernt.
In Ragusa leben ca. 72.000 Einwohner. Die Nachbargemeinden von Ragusa, die einen Besuch wert sind, heißen Chiaramonte Gulfi, Comiso, Giarratana, Modica, Monterosso Almo,
Rosolini (SR), Santa Croce Camerina, Scicli und Vittoria.
Die Stadt war bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelt und wurde bis zum 18. Jahrhundert v. Chr. von den Sikulern bewohnt. Später wurde Ragusa von den Griechen erobert und
wuchs schließlich unter den Römern zu einem regionalen Zentrum unter dem Namen Hybla Haraia heran. Weitere Eroberer des strategisch wichtigen Ortes waren Byzantiner, Araber,
Normannen, Staufer und Aragonesen. 1693 wurde die Stadt fast vollständig vom Erdbeben zerstört und die arabischen und mittelalterlichen Spuren der Vergangenheit mitunter vernichtet.
Beim Wiederaufbau der Stadt entstanden zwei Stadtteile, einer auf dem Gebiet der ursprünglichen Stadt und einer auf einem etwas höher gelegenen Felsplateau im Westen.
Der Stadtkern besteht aus zwei Teilen, die durch eine Schlucht getrennt sind. Im Osten liegt an der Stelle der alten Stadt die Unterstadt Ragusa Ibla mit prächtigen Bauten im Stil des
sizilianischen Barocks aus dem 18. Jahrhundert. Hier befindet sich ein großer Teil barocker Kirchen und Paläste. Auf einer Anhöhe im Westen liegt die ebenfalls im 18. Jahrhundert eher nüchtern
und geometrisch angelegte Oberstadt Ragusa Superiore, mit dem größten Teil der Stadtbewohner. Neben anderen wichtigen Verwaltungsgebäuden steht hier die Kathedrale San Giovanni.
Drei Brücken verbinden die zwei Stadtteile, die älteste dieser drei Brücken wird Ponte dei Cappuccini oder auch Ponte Vecchio genannt und wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut.
Etwa 20 km von Ragusa liegt das Castello di Donnafugata, eine Palastanlage aus dem 19. Jahrhundert mit einer gleichnamigen, international bekannten Weinkellerei. 25 km südlich von Ragusa befindet
sich der Ortsteil Marina di Ragusa, eines der beliebtesten Urlaubsziele Siziliens, aufgrund der weitläufigen Sandstrände.
Schutzpatron von Ragusa Ibla ist San Giorgio, dem zu Ehren jedes Jahr am 23. April ein Fest veranstaltet wird. In Ragusa Superiore wird San Giovanni als Schutzpatron verehrt. Mit den jährlichen
Feierlichkeiten vom 27. bis zum 29. August wird auch die Johannisbroternte in der Region eingeleitet.
Die Städte Ragusa, Modica und Scicli zählen zu den spätbarocken Städten des Val di Noto, die zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden.