Porto Cervo: Das steht für Luxus, Promis und Nobelschlitten. Wer in den Sommermonaten durch Porto Cervo fährt, muss sich nicht selten von den neuesten
Nobelkarossen überholen lassen, kann über des Luxus der Yachten im Hafen von Porto Cervo nur staunen. Wer widerum in den Wintermonaten den Hauptort
der Costa Smeralda besucht, den erwarten gähnende Leere und vernagelte Einkaufspassagen. Wenn das Wetter mitspielt, dann bekommt man aber auch in der
kalten Jahreszeit einen Eindruck davon, warum der Ismailiten-Prinz Karim Aga Khan IV. zusammen mit dem Bier-Millionär Patrick Guiness in den 1960-er Jahren
diesen Landstrich als Luxusreservat aussuchten: unglaubliche Wasserfarben, schneeweiße, weiche Strände mit glasklarem Meer: Das Postkarten-Sardinien
ist hier an der Costa Smeralda.
Die Finanzgruppe Consorzio Costa Smeralda, die unter Aga Khan die Smaragdküste aufgebaut hat, hat den Luxus-Landstrich inzwischen abgetreten. Nach
mehrfachem Besitzerwechsel gehört die Costa, das heißt die vier Nobel-Hotels vor Ort, der Yachthafen, der Golfplatz Pevero, Läden und Passagen
sowie fast 2.400 Hektar Land der US-Investment-Gesellschaft Colony Capital. Und die Amerikaner haben viel vor mit der Costa. "Meine Idee für die Costa
Smeralda ist ein Tourismus für alle, oder fast alle" sagte der Chef von Colony Capital, Tom Barrack Jr., im Juni 2004 der Tageszeitung La Nouva Sardegna.
Er will der Costa ein Facelift verpassen: Umgestaltung der Piazze, mehr grün, unterirdische Parkplätze, Umbau des Hafens und Neubau des berühmten
Cervo Tennis Clubs. Aber nicht nur das: Bislang ungenutze Fläche soll weiter verbaut werden. Allein die Colony Capital plant den Neubau von zwei Hotels, eines
davon mit Thermalbad, ein neues Konferenz-Zentrum, eine Luxus-Yacht-Werft. Und rund um Porto Cervo noch ein paar Luxus-Villen mehr wollen die Amerikaner auf
dem freien Terrain errichten. Ob das Tourismus für alle ist, mag freilich bezweifelt werden.
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"Passeggiata" in Porto Cervo
Oberhalb des alten Hafens ("Porto Vecchio") liegt die Piazetta und die Einkaufsstraße "Passeggiata". Hier treffen sich abends die Reichen,
Schönen und Prominenten, wenn nicht gerade in einer nahegelegenen Villa eine Cocktail-Party auf dem Programm steht. In der Edel-Einkaufstraße von Porto
Cervo findet man alles was in der Modewelt Rang und Namen hat: Gucci, Prada, Versace, Tussardi haben hier eine Filiale. Das Geschäft boomt freilich nur in den
Sommermonaten: dann wird Personal aus Mailand eingeflogen. Im Winter sind die meisten Geschäfte verbarrikadiert, Bulgari schraubt selbst seine goldenen Lettern
von der Fassade ab.
Die Kirche von Stella Maris
Weiß getüncht thront sie über dem neuen Hafen von Porto Cervo: Die Kirche Stella Maris, für viele das Wahrzeichen der Costa Smeralda.
Auch wenn die Kirche im Inneren eher bescheiden wirkt, hat man am Interieur nicht gespart: Eine Orgel eines neapolitanischen Meisters aus dem 17. Jahrhundert,
ein Kruzifix aus Deutschland aus dem 16. Jahrhundert, sowie ein Madonnenportrait namens "Madonna Dolorosa" des spanischen Mannieristen El Greco.
Die Kirche wurde erst 1968 im so genannten "neosardischen" Stil erbaut. Vom Kirchenvorplatz hat man den besten (kostenlosen) Blick auf die Hafenbucht.
"Yacht Watching" in Porto Cervo und Umgebung
Auf dem Meer nur Wale oder Delfine beobachten? Total out, weiß das italienische Klatschmagazin "Oggi": Der neue Sommertrend ist Yacht Watching,
das Beobachten der Schiffe und Segler von Stars und Sternchen. In Porto Cervo wird dabei einiges geboten: Zum Beispiel legt hier regelmäßig die "Lady
in Blu" an, der 3-stöckige Luxusliner von Flavio Briatore, den er auch gerne für 200.000 Euro pro Woche an gute Freunde vermietet. Wer zum Yacht
Watching nicht in See stechen möchte, schlendert einfach in Porto Cervo am Porto Vecchio oder an den Molen des Yacht Clubs entlang.