Das in der Poebene liegende Mailand
(Milano) ist die Hauptstadt der Lombardei
und
Italiens reichste und zweitgrößte Stadt. Die wohlhabenden und kosmopolitischen
Mailänder stehen in dem Ruf, erfolgreiche Geschäftsleute zu sein. Die Stadt besteht
aus einem historischen Kern, der sich rund um den Dom erstreckt. Von diesem Kern führt
eine sternförmige Achse aus Hauptverkehrsadern durch die modernen Vororte bis zur
Ringstraße. Das moderne Verwaltungszentrum der Stadt liegt nordwestlich davon, rund um
Mussolinis Hauptbahnhof, und wird vom Pirelli-Wolkenkratzer beherrscht. Dieser wurde
1956 erbaut und war einer der ersten Wolkenkratzer in Italien. Die Handels- und
Modemessen finden westlich vom Stadtkern im Bezirk Fiera statt, in dessen Mitte sich
der Porta-Genova-Bahnhof befindet..
GESCHICHTE
Mailands Entstehung liegt weit zurück, noch weiter als die des römischen Mediolanums,
von dem heute leider fast nichts mehr erhalten ist. Hier hatten sich zuerst die Isubrer
angesiedelt. Im Mittelalter wurde die Stadt durch Friedrich Barbarossa grausam unterdrückt,
man litt unter der spanischen Herrschaft, doch trotz aller Höhen und Tiefen gewann Mailand
beständig an ökonomischer Bedeutung. Dies geschah dank der Visconti und der Sforza, die sie
zu einer der italienischen Hauptstädte im Mittelalter und in der Renaissance machten. Doch auch
die Herrschaft der Österreicher, die bis 1860 dauerte, wirkte positiv auf die Stadt. Der Beginn
der industriellen und ökonomischen Entwicklung liess die lombardische Metropole zur Finanz- und
Börsenhauptstadt Italiens werden. Sie ist auch zu Beginn des dritten Jahrtausends und in Zeiten
der Globalisierung des Handels und der Ideen das Tor Italiens zum alten Kontinent.
KUNST
Man darf sich von dem typisch bürgerlichen Stadtbild des historischen Zentrums nicht
täuschen lassen. Die Banken, die Finanzinstitute und die Läden sind oftmals in 200 bis
300 Jahre alten Palazzi untergebracht, die nach dem Ende der spanischen Herrschaft erbaut
wurden, als Mailand sich anschickte zur führenden Wirtschafts-, Finanz- und Industriestadt
Italiens zu werden. Doch alle Herrscher dieser Stadt, die auf eine 2000-jährige Geschichte
zurückblicken kann, haben ihre Spuren hinterlassen. Diese sind manchmal kaum noch sichtbar,
wie im Fall der Römer (die Säulen von S. Lorenzo sind die einzigen Zeugnisse, die von der
Kaiserstadt Mediolanum übrig sind). In anderen Fällen sind sie hinter Verkleidungen versteckt
(so z. B. bei den Kirchen, die der Bischof Ambrosius an verschiedenen Punkten der Stadt erbauen liess).
Aus späterer Zeit ist der mächtige Dom erhalten, dessen Grundstein die Visconti am Ende des 14.
Jh.s legten; ebenso das Castello Sforzesco, der herrliche herzogliche Hof der Sforza; das Opernhaus
Teatro alla Scala, das Symbol des Wohlwollens der österreichischen Verwaltung gegenüber den Künsten;
die Pinacoteca di Brera, die mit der kurzen, aber revolutionären französischen Herrschaft in Verbindung steht.
Es gab drei Stadtmauern, wobei nur von der spanischen noch kurze Teilstücke entlang der inneren Umwallung
der Bastionen erhalten sind. Diese Vielzahl historischer Sehenswürdigkeiten, muss heute jedoch in der Weite
der modernen Bauten gesucht werden. Diese wurden seit dem Ende des 19. Jh.s in konzentrischen Kreisen
angelegt und haben zur Vergrösserung der Stadt beigetragen.
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