Geschichte
Das römische Florentia, das in der Zeit der Ludi floreales zu Ehren der Göttin Flora
gegründet wurde, bewohnten die verschiedensten Völker – griechische und syrische Händler,
Barbaren, Byzantiner und Langobarden bis hin zu den Karolingern. Die Geschichte der Stadt
wurde vor allem durch die einflussreiche Zunft der Händler, durch die Rivalitäten zwischen
den Guelfen und Ghibellinen und durch die Gebietskämpfe mit den anderen toskanischen Städten
bestimmt. Nach Wohlstand und Armut, nach Schlachten um die Kirchenreform und Kämpfen für
die Freiheit erlangte Florenz
schliesslich seine Autonomie. Es folgte die Zeit der Signorie
und die Herrschaft der Medici, die Florenz eine lange Periode des Wohlstands schenkte. Die Stadt
wurde zur Wiege des Humanismus, war Republik und Grossherzogtum Toskana und fiel schliesslich
an das Haus Lothringen. Als unumstrittene Kulturhauptstadt spielte Florenz in den Jahren des
Antifaschismus und des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg eine entscheidende Rolle.
Bis zur verheerenden Überschwemmung im Jahr 1966 gewann die Stadt unvermindert an Bedeutung.
Kunst
Florenz und die Kunst bilden eine untrennbare Einheit. Hier entstand die grosse italienische Malerei,
hier erlebte die Renaissance ihre höchste Ausprägung in der profanen und der sakralen Architektur,
in der Bildhauerei und der Malerei. Doch diese wunderbaren Bauwerke hätten niemals entstehen können,
wenn es nicht bereits zuvor zwischen den Jahren 1000 und 1300 die künstlerische Blütezeit von Romanik
und Gotik gegeben hätte. Zu jener Zeit erlebte Florenz einen wirtschaftlichen Aufschwung. Aus diesen
Jahrhunderten stammen das Baptisterium S. Giovanni, die Kirche S. Miniato al Monte, der Bargello-Palast,
der Palazzo Vecchio, S. Maria Novella und S. Croce. Auch der Baubeginn des Doms und des Kampanile fallen
in diese Zeit. Hauptimpulse der Veränderung waren Arnolfo di Cambio im Bereich der Architektur sowie
Cimabue und Giotto (des Ersteren genialer und revolutionärer Schüler) in der Malerei. Das 15. Jh. stand
im Zeichen dreier grossartiger Künstler: Masaccio, Donatello und Brunelleschi, das 16. Jh. dagegen
dominierte ein grosser Name: Michelangelo. Mit diesen Künstlern entwickelte und veränderte die Kunst ihr
Bewusstsein für die Rolle des Künstlers. Neben diesen sehr bekannten Namen bereicherte ein Heer von
weiteren hervorragenden Künstlern die Stadt mit Herrschaftspalästen, Kirchen, Statuen, Gemälden und Fresken.
Im 15. und 16. Jh. schöpfte Florenz so seine die Rolle als Kunsthauptstadt vollkommen aus, doch in den
folgenden Jahrhunderten schaffte es die Stadt nicht mehr, an ihre bisherige Stellung anzuknüpfen. Erst im
19. Jh. erlebte Florenz mit den Vertretern der Macchiaioli, unter ihnen Giovanni Fattori, Silvestro Lega
und Telemaco Signorini eine weitere Blütezeit. Sie brachten – im Zuge des französischen Impressionismus –
wieder frischen Wind in die italienische Malerei.
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